Kleine Pechlibelle
Ischnura pumilio (Charpentier, 1825)
Die Kleine Pechlibelle ist eine echte Pionierart - sie gehört oft zu den ersten Libellen, die neu entstandene Gewässer besiedeln. Ihr wissenschaftlicher Name "pumilio" bedeutet "der Zwerg" und verweist auf ihre geringe Größe. Im Gegensatz zu ihrer größeren Verwandten, der Großen Pechlibelle, hat sie ein einfarbiges Pterostigma. Ihr Auftreten zeigt oft an, dass ein Gewässer sich noch in einem frühen Sukzessionsstadium befindet.
Kurzsteckbrief
| Größe | 26-31 mm Körperlänge |
|---|---|
| Flügelspannweite | 30-36 mm |
| Flugzeit | Mai bis September |
| Unterordnung | Kleinlibellen (Zygoptera) |
| Familie | Schlanklibellen (Coenagrionidae) |
| Gefährdung Deutschland | Vorwarnstufe (V) |
Erkennungsmerkmale
Männchen
Die Männchen sind kleiner als die der Großen Pechlibelle. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal: Das Pterostigma ist einfarbig dunkel (nicht zweifarbig wie bei der Großen Pechlibelle)! Der Hinterleib ist größtenteils schwarz, nur Segment 9 trägt einen blauen Fleck ("Schwanzlicht"). Im Vergleich zur Großen Pechlibelle ist das Blau auf Segment 8 sehr reduziert oder fehlt ganz.
Weibchen
Frisch geschlüpfte Weibchen zeigen eine auffällige orangerote Färbung (aurantiac-Form), die sie von allen anderen heimischen Kleinlibellen unterscheidet. Später färben sie sich grünlich um. Das Pterostigma ist auch bei ihnen einfarbig.
Lebensraum
Die Kleine Pechlibelle ist eine typische Pionierart. Sie besiedelt neu entstandene, vegetationsarme Gewässer: frische Abgrabungen, Baustellenpfützen, temporäre Gewässer. Mit zunehmender Verlandung verschwindet sie meist wieder. Diese Lebensweise macht sie zu einem Nomaden unter den Libellen.
Verbreitung
In Deutschland ist die Kleine Pechlibelle verbreitet, aber deutlich seltener als die Große Pechlibelle. Sie steht auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Die Art ist an geeigneten Stellen aber lokal häufig.
Beobachtungstipps
Suchen Sie neu entstandene, vegetationsarme Kleingewässer auf - Kiesgruben, Baustellentümpel, temporäre Wasserflächen. Die orangefarbenen Jungweibchen sind besonders auffällig. Achten Sie auf das einfarbige (nicht zweifarbige!) Pterostigma zur Unterscheidung von der Großen Pechlibelle.
Ähnliche Arten
Die Große Pechlibelle ist größer und hat ein zweifarbiges Pterostigma. Azurjungfern haben keinen schwarzen Hinterleib mit "Schwanzlicht".
